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Dieser Artikel sollte zusammengeführt werden mit Republik China. Der Inhalt hier ist umfangreicher, das Lemma Republik China passender. Das Lemma Taiwan kann Inhalten über die Insel und die Geschichte vorbehalten bleiben, wie in anderen WIKI Projekten.
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---Sidenote START---
Taiwan () ist eine Insel im Pazifik östlich vor der Küste der Volksrepublik China.
Taiwan ist auch ein chinesischer Staat, der sich offiziell Republik China () nennt, im Westen früher manchmal auch als National-China oder Formosa (nach „Ilha formosa“, portugiesisch für „schöne Insel“) bezeichnet wurde. International wird die (de facto) unabhängige Insel
allerdings nur von wenigen Regierungen als Staat anerkannt.
Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als "abtrünnige" Provinz. Jedoch gelangte die Insel seit der Errichtung der diktatorischen Volksrepublik 1949 nie unter deren Herrschaftseinfluss. 1957 versuchte die kommunistische Führung in Peking eine militärische Offensive gegen die der Küste vorgelagerte Insel Kinmen (金门岛). Diese Insel, im Westen meistens Quemoy genannt, bildet zusammen mit einigen kleinen Nachbarinseln den Kreis Kinmen (金门县) der Provinz Fujian und blieb nach dem Bürgerkrieg aber von Truppen der Republik China besetzt. Zum Bereich der Hauptinsel Taiwan gehörte diese Insel zuvor aber nicht. Auch heute unterliegt sie daher einer Sonderverwaltung und ist kein Bestandteil Taiwans, wohl aber der Republik China. Nach diplomatischer Intervention der UdSSR wurden die Angriffe der Festlandchinesen wieder eingestellt. Im eigenen Selbstverständnis ist Taiwan die fortbestehende Republik China, die 1912 gegründet wurde. Die heutige Republik China ist jedoch weitgehend unter dem Namen Taiwan bekannt, da die Insel Taiwan nahezu das gesamte Territorium umfasst. Die Autonomiebestrebungen zum Status Quo in der taiwanesischen Bevölkerung sind in den letzten Jahren - nicht zuletzt wegen des Anschlusses Hongkongs an China - immer stärker geworden. Das beigetragen haben auch die massiven Einschüchterungsversuche der Regierung der VR China vor den Parlamentswahlen in Taiwan. Die USA gelten als Schutzmacht des Landes.
Die Bezeichnung der gesamten Insel als "Taiwan" kam erst gegen 1885 auf; früher wurde der Name Taiwan (wörtlich „Terrassenbucht“) nur für eine Bucht in der Nähe des heutigen Tainan im Süden verwendet, an der die Holländer 1623 das Fort Zeelandia errichtet hatten.
Die Chinesen, die für die Insel im Laufe der Geschichte verschiedene Bezeichnungen hatten, übernahmen in der Folge allmählich diesen Namen für die ganze Insel.
Im Frieden von Shimonoseki musste China nach dem verlorenen chinesisch-japanischen Krieg von 1894/95 Formosa und die Pescadoren an Japan abtreten, wodurch Taiwan dem japanischen Kaiserreich bis 1945 als Provinz angegliedert wurde. Für das damalige auf Expansion bedachte Japan bedeutete die Annexion Taiwans eine strategische Verbesserung der Ausgangslage bei der Vorbereitung weiterer Annexionen auf dem Festland Chinas und in Südostasien.
Die Rohstoffe der Insel wurden damals im großen Stil ausgebeutet. Bei der Exploration von Tropenhölzern entstand unter anderem die berühmte Schmalspurbahn auf den Berg Alischan, die heute als Touristenattraktion in etwa vier Stunden Fahrzeit und durch etliche Tunnels von Chiayi bis zu den bewaldeten Gipfeln des Alischan über 2.250 Höhenmeter überwindet.
Aufstände der Urbevölkerung gegen die japanischen Besatzer wurden ähnlich den anderen Kolonialmächten blutig niedergeschlagen. Auf der Fahrt von Puli zur Tarokoschlucht über den höchsten Pass der Insel (3.200 m) kann man heute die Gedenkstätte an die Massaker besichtigen.
Geographie
Taiwan hat eine Fläche von 35.900 km². An der längsten Stelle ist die Insel 377 km lang, die maximale Breite beträgt 142 km. Die Insel wird von China durch die Straße von Taiwan getrennt und von den Philippinen durch die Straße von Luzon. Östlich begrenzt das Philippinenbecken Taiwan.
Philippinenbecken
Die Republik China auf Taiwan umfasst noch die Pescadoren (Penghu), die Matsu-Inseln (Mazu) und Quemoy (Jinmen) sowie einige weitere kleine Inseln.
Sie wird ähnlich Japan von häufigen Erdbeben heimgesucht, was besondere Sicherheitsstandards bei Gebäuden erfordert.
Klima
Der Wendekreis des Krebses, der die Klimagrenze zwischen Tropen und Subtropen markiert, durchläuft die Insel ziemlich genau an seiner höchsten Erhebung, dem Yu Shan mit 3.997 m Höhe. Im nördlichen Teil herrscht entsprechend ein subtropisches Klima, das Zentrum und der Süden sind unter Berücksichtigung des klimatischen Einflusses der jeweiligen Höhenlage vorherrschend tropisch. Aufgrund der hohen Gebirge findet sich auch in den Höhenlagen des südlichen Teils ein allerdings vorwiegend von tageszeitlichen Schwankungen geprägtes gemäßigtes Klima.
Im Winter weht ein kräftiger Monsun aus Nordosten, im Sommer ein starker Monsun aus Südwest, der starke Regenfälle mit sich bringt. Von Mai bis Oktober wird die Insel auch häufig von Taifunen heimgesucht. Im Februar kann es vereinzelt zu Schneefällen in Höhenlagen über 3.000 m kommen. Der bekannteste Ort hierfür ist im Bezirk Nantou der über eine Passstraße auf 3.275 m erreichbare Hehuanshan, was übersetzt Schneeberg bedeutet.
Geomorphologie
Den Westen der Insel bildet eine flache, von aus dem Gebirge kommenden Gerinnen durchzogene fruchtbare, heute stark besiedelte Ebene. In Richtung Osten steigt diese auf, bis zur zentralen Gebirgskette, die über 200 Gipfel mit mehr als 3.000 m Höhe aufweist. Die im Vergleich zu den Alpen meist schmalen Täler sind von steilansteigenden Hängen flankiert und teils bis auf über 2.000 m Höhe durch Terrassierung u. a. für Teeanbau und Viehhaltung landwirtschaftlich nutzbar gemacht.
Der Yu Shan ist mit 3.997 m ü. NN die höchste Erhebung der Insel. An der Ostküste befindet sich ein weiterer, etwas weniger hoher Gebirgszug.
Der Sonne-Mond-See auf 762 m ü. NN ist das größte Binnengewässer und wird durch seine Höhenlage als Speicherkraftwerk zur Erzeugung hydroelektrischer Energie genutzt.
Bevölkerung
Taiwan weist aufgrund seiner kleinen Fläche und des hierfür hohen Gebirgsanteils in seinen Siedlungsgebieten eine hohe Einwohnerdichte auf. Die städtische Bevölkerung konzentriert sich in der westlichen Ebene des Landes. Entsprechend hoch ist dort die Verstädterungsrate mit einer zunehmenden Konzentration auf die Agglomeration der Hauptstadt Taipei im Norden der Insel. Weitere Siedlungsschwerpunkte finden sich um Taichung und Tainan entlang der Westküste bis zur südlichen Hafenstadt und zweitgrößten Metropole Kaoshiung.
Der Großteil der Bevölkerung Taiwans ist chinesischer Abstammung, die in mehreren Migrationswellen vom Festland einwanderte und die einheimische Bevölkerung in das unzugängliche Bergland zurückdrängte. Heute werden von der Regierung der Republik China zwölf Ureinwohner-Völker Taiwans offiziell anerkannt, weitere zehn streben nach Anerkennung (Gesamtzahl 2004: 400.000). Ihre eigenständigen traditionellen Kulturen haben sich in den letzten Jahrzehnten z.T. weiterentwickelt, sind z.T. rekonstruiert worden und widerstehen zunehmend dem Assimilationsdruck der chinesischen Bevölkerungsmehrheit.
Volksgruppen
Heute leben in Taiwan ca. 23 Mio. Menschen. Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Han-Chinesen; hinzu kommen gut 2% Angehörige der Ureinwohner-Völker.
Am Sonne-Mond-See können alte Bräuche, Tänze und Riten der Ureinwohner von Besuchern in zwei nachgebauten Dörfern in einem Völkerkunde-Freilichtmuseum als Touristenprogramm erlebt werden.
Ende des 17. Jahrhunderts bis ins 20. Jahrhundert begann eine massive Zuwanderung von Han-Chinesen aus der chinesischen Provinz Fujian. Im Jahr 1919 wurde die Bevölkerung auf ungefähr 3 Millionen Han-Chinesen, 100.000 Japaner und 120.000 Angehörige indigener Völker geschätzt.
Sprachen
Als Niederländer und Spanier im 17. Jahrhundert mit der Kolonisation begannen, lebten bereits geschätzte 25.000 Han-Chinesen auf der Insel, die Bevölkerungsmehrheit stellten jedoch austronesische indigene Völker dar (ca. 250.000). Die Sprachen der Ureinwohner Taiwans gehören der austronesischen Sprachfamilie an. Im Einzelnen sind dies: Rukai, Yami, Tsou, Saisiyat, Atayal, Paiwan, Bunun, Amis, Puyuma, Pazeh, Kanakanavu, Saaroa, Seediq und Kavalan. Heutzutage gehören nur etwa 2 % der taiwanischen Bevölkerung diesen Volksgruppen an, noch weniger sprechen die Ureinwohnersprachen, die daher vom Aussterben bedroht sind.
Religionen
Viele der Ureinwohner haben schon vor der chinesischen Zuwanderung von Portugiesen und Holländern den christlichen Glauben angenommen. Die Mehrzahl der chinesischen Bevölkerung ist buddhistisch, konfuzianisch oder taoistisch.
Städte
Die größte Stadt ist die Hauptstadt Taipei.
Siehe auch: Liste der Städte in Taiwan
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Taiwans
Anfangs war die Insel von einer malaiisch-polynesischen Urbevölkerung besiedelt.
1590 entdeckten die Portugiesen die Insel. Aus dieser Zeit stammt der Name "Ilha Formosa" oder "Formosa", was soviel bedeutet wie "Schöne Insel" oder "Die Schöne".
1642-1662 kontrollierten die Niederländer die Insel.
Während die chinesische Ming-Dynastie (1368-1644) auf dem Festland untergeht, beherrschen japanische Piraten (Wokou) die Insel und nutzen sie als Stützpunkt.
1683 erobern die in China siegreichen Mandschu die Insel.
1895 muss China die Insel an Japan abtreten.
1912 wurde China vom Kaiserreich zur Republik; Taiwan sieht sich laut Verfassung, die noch aus dem Festland stammt, heute als Fortsetzung dieser Republik.
1945 kommt Taiwan unter die Verwaltung der Alliierten und wird ohne Volksabstimmung der Republik China als ein Teil ihres Staatsgebietes zugesprochen. Jedoch wurde mit dem Friedensvertrag von San Francisco 1952 bestimmt, dass für die Zukunft Taiwans das Selbstbestimmungsrecht der Taiwaner berücksichtigt werden müsse.
1949 zieht sich jedoch die Kuomintang (KMT) unter Chiang Kai-shek nach ihrer Niederlage im chinesischen Bürgerkrieg auf die Insel zurück und ruft dort 1950 erneut die Republik China aus. Die Republik China auf Taiwan nimmt danach noch bis 1971 den chinesischen Sitz im UN-Sicherheitsrat als ständiges Mitglied ein. Dieser wird seit dem Ausschluss der Republik China durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 1971, durch die Volksrepublik China besetzt. Die Republik China gehörte 1945 zu den 51 Gründerstaaten der UNO.
Am 16. Dezember 1978 brachen die USA, die als "Schutzmacht des chinesischen Staates" fungierten, ihre offiziellen diplomatischen Beziehungen zur Republik China (Taiwan) ab. Dies geschah im Zuge der Annäherung der USA an die Volksrepublik China. Viele andere Staaten taten das Gleiche. Die Republik China wurde 1971 durch einen Beschluss der Generalversammlung aus der UNO ausgeschlossen, bevor die Volksrepublik China aufgenommen wurde und Taiwans Sitz im Sicherheitsrat übernahm.
Die Kuomintang regierte viele Jahre die Insel als autoritären Einparteienstaat. 1987 hebt die KMT das Kriegsrecht auf, die erste Oppositonspartei, die Demokratische Fortschrittspartei (DPP) entsteht und die lange unterdrückte "taiwanische" Kultur und Sprache dürfen wieder ausgeübt werden. Anfang der 1990er Jahre gibt die Kuomintang ihre Alleinherrschaft auf und die Demokratie wird eingeführt. 1992 werden erstmals freie Parlamentswahlen und 1996 direkte Präsidentschaftswahlen durchgeführt.
Seit 2000 ist mit Chen Shui-bian erstmals ein Kandidat der DPP (Demokratische Fortschrittspartei) Präsident. Er wurde 2004 knapp wiedergewählt.
Politik
- Hauptstadt: Taipei
- Präsident: Chen Shui-bian
Taiwan ist im Gegensatz zur Volksrepublik China seit einigen Jahren eine Demokratie, der Präsident und die Abgeordneten des Einkammer-Parlaments werden in freien, gleichen und geheimen Wahlen gewählt. Lange Zeit zuvor wurden die Mandate aus den „Provinzen“, die nun zur Volksrepublik China gehören, nicht neu vergeben, da dort keine neuen freien Wahlen veranstaltet werden konnten. Dies führte dazu, dass die Kuomintang Republik China (Taiwan etc.) praktisch als alleinige Partei regierte.
Verhältnis zur Volksrepublik China
Das Verhältnis Taiwans zur Volksrepublik China ist recht kompliziert. Nach chinesischer Sichtweise ist Taiwan eine abtrünnige Provinz und gehört gemäß ihrer Ein-China-Politik zur VRC. Am 14. März 2005 hat der Nationale Volkskongress Chinas fast einstimmig das umstrittene Anti-Abspaltungsgesetz abgesegnet, welches militärische Schritte gegen Taiwan vorsieht, sollte dieses sich formell unabhängig erklären. Die Pan-Green Coalition, die zur Zeit die Politik Taiwans beherrscht, strebt die Anerkennung als selbstständigen Staat an.
Taiwan vermeidet eine offizielle Unabhängigkeitserklärung. Ungeachtet dessen ist Taiwan zur Zeit de facto völlig unabhängig von der Volksrepublik und verfügt über eine selbstständige Regierung, die die volle Souveränität über Taiwan hat. Aus diesem Grunde und aus Rücksicht auf die guten Beziehungen zur Volksrepublik China wird Taiwan nur von 27 Staaten diplomatisch anerkannt. Sogar die Schutzmacht USA erkennt Taiwan offiziell nicht an. Das liegt hauptsächlich daran, dass jeder Staat, der offizielle, bilaterale Beziehungen mit der VRC unterhalten will, die Ein-China-Politik offiziell anerkennen muss.
Auch als Beruhigung der Volksrepublik China definierte Präsident Chen Shui-bian die Politik der fünf Neins (四不一沒有: four no's and one without). Solange Taiwan nicht akut militärisch von China bedroht wird, wird Taiwan:
- keine Unabhängigkeit erklären
- nicht den Namen des Staates ändern
- keinen Artikel in die Verfassung aufnehmen, der die Beziehungen zur VRC als „zwischenstaatliche Beziehungen“ bezeichnet
- kein Referendum über die Änderung des Status quo in der Frage Unabhängigkeit oder Wiedervereinigung abhalten
- die bestehenden taiwanesischen Richtlinien für die „Nationale Wiedervereinigung“ nicht ändern (sprich: Wiedervereinigung nur durch Verhandlungen mit der Volksrepublik China und unter demokratischen Voraussetzungen auf dem chinesischen Festland).
Diplomatische Beziehungen
Folgende 24 Staaten pflegen offizielle diplomatische Beziehungen mit Taiwan:
- Europa: Vatikanstadt
- Afrika: Burkina Faso, Gambia, Malawi, São Tomé und Príncipe, Swasiland, Tschad
- Amerika: Belize, Costa Rica, Dominikanische Republik, El Salvador, Haiti, Honduras, Nicaragua, Panama, Paraguay, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadinen
- Ozeanien: Kiribati, Marshallinseln, Nauru, Palau, Salomonen, Tuvalu.
Am 20. Januar 2005 nahm Grenada seine diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China wieder auf und brach die seit 1989 bestehenden diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab.
Auch Senegal brach am 26. Oktober 2005 seine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab und nahm nach 10-jähriger Unterbrechung seine diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China wieder auf.
Die anderen Staaten haben offiziell keine diplomatischen Beziehungen, trotzdem wird der Kontakt aber durch sogenannte Taipei Wirtschafts- und Kulturbüros aufrechterhalten, ohne diesen Einrichtungen (mit Rücksicht auf die Volksrepublik China) den Status einer Botschaft zuzuordnen (siehe auch Ständige Vertretung).
Verwaltungsgliederung
Taiwan ist in 16 Bezirke und sieben bezirksfreie Städte gegliedert (siehe Tabelle), worunter Taipei und Kaohsiung als unmittelbar der Zentralregierung unterstellte Städte eine Sonderstellung einnehmen.
- Städte
Stand: 2004
- Bezirke
Stand: 2004
Infrastruktur
Ein Netz modernster Autobahnen verbindet die Ballungszentren untereinander. Ein Hochgeschwindigkeitszug zur Verbindung der großen Städte absolvierte am 11.6.2005 seine erste Testfahrt. Der Betriebsstart wurde mehrmals verschoben und ist neu auf den 31. Oktober 2006 angesetzt. Eine Ringstrecke der Bahn verläuft rund um die Insel, da eine Durchquerung der hohen Berge zu kostenintensiv wäre und die Ostküste wegen des Ostküstengebirges wenig bevölkert ist. Flughäfen verbinden die wichtigsten Ziele.
Wirtschaft
Taiwan hat ein kapitalistisches Wirtschaftssystem, welches stark von seinen Exporten abhängig ist. Das Land zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Der taiwanische Investitionsfluss in die VR China beträgt im Jahre 2002 an die 34 Mrd. Euro und übertrifft damit das aller anderen Länder. Taiwan ist der größte Produzent von Halbleiter-Anwendungen wie PC-Hauptplatinen, Notebooks und WLAN-Komponenten, die unter verschiedensten (konkurrierenden) Marken weltweit abgesetzt werden.
Kultur
Feiertage
Nationalfeiertag
Tag der (bürgerlichen) chinesischen Revolution, 10. Oktober, auch «Doppelzehnfest» genannt. Der Tag erinnert an den Aufstand von Wuchang (武昌), heute Stadtteil von Wuhan (武漢市), am 10. Oktober 1911, der schließlich zur Gründung der Republik China führte.
andere staatliche Feiertage
- 1. Januar - Gründungstag der Republik China 1912
- 28. Februar - Friedenstag, zur Erinnnerung an den Zwischenfall vom 28. Februar 1947
Feiertage nach dem Mondkalender
Die folgenden staatlichen Feiertage richten sich nach dem traditionellen Chinesischen Kalender:
- 4., 5. selten auch 6. April - Qingming bzw. Totenfest (2005: 5. April; 2006: 5. April)
- Januar oder Februar - Chinesisches Neujahrsfest oder Frühlingsfest, etwa 4 Tage frei (2005: 9. Februar; 2006: 29. Januar)
- Mai oder Juni - Drachenbootfest (2005: 11. Juni; 2006: 31. Mai)
- September oder Oktober - Mondfest; (2005: 18. September; 2006: 6. Oktober)
Zeitrechnung
Die offizielle Zählung der Jahre richtet sich in Taiwan nach dem Gründungstag der Republik China am 1. Januar 1912. So wird das Jahr 2005 (nach dem gregorianischen Kalender) als 94. Jahr der Republik China gezählt. Im Alltag und im Handel ist die westliche Jahreszählung ebenfalls gebräuchlich.
Weitere Themen
- Republik China
- Administrative Gliederung der Volksrepublik China
Literatur
- Weggel, Oskar: Die Geschichte Taiwans. Vom 17. Jahrhundert bis heute. Köln, Weimar, Wien: Böhlau, 1991, ISBN 3-412-02891-6
- Weiss,Walter: Taiwan. Das andere China. München: Welsermühl, 1987 ISBN 3-85339-197-4
Weblinks
- [http://www.gio.gov.tw/taiwan-website/abroad/de/index.html Offizielle Webseite Taiwans]
- [http://www.roc-taiwan.de/ Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=198 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.bertelsmann-transformation-index.de/131.0.html Bertelsmann Stiftung Transformations-Index Taiwan]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/tw.html CIA World Factbook zu Taiwan (engl.)]
- [http://www.cwb.gov.tw/V4e/index.htm Central Weather Bureau Taiwan]
- [http://www.taiwandesk.com Eine Sammlung von Nachrichten, Notizen und Skurrilitäten über Taiwans Menschen, Politik, Wirtschaft, Kultur, Umwelt und Wissenschaften]
- [http://www.cbs.org.tw/german/index.htm Radio Taiwan International deutsche Seite]
-
Taiwan, Republik China
Kategorie:Chinesische Provinz
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Republik China
Die Republik China [] (vereinfacht: 中华民国, traditionell: 中華民國, Pinyin: Zhōnghuá mínguó) - auch Nationalchina genannt - ist einer der beiden chinesischen Staaten, die Anspruch darauf erheben, China rechtmäßig zu vertreten (siehe auch Volksrepublik China und Taiwan).
Von 1912 bis 1949 war Republik China die Bezeichnung für den Staat, der mehr oder weniger das gesamte chinesische Territorium umfasste. Ab 1949 beschränkte sich das effektive Herrschaftsgebiet der Republik China nur noch auf die Insel Taiwan, einige dem Festland Chinas vorgelagerte Inseln und einige Inseln im Südchinesischen Meer. Bis 1971 stellte die Republik China die alleinige chinesische Vertretung bei den UN und hatte einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen inne. 1971 verlor die Republik China die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen an die Volksrepublik China. Der vom Festland stammenden Verfassung nach erhebt die Republik China bis heute Anspruch auf ganz China, das Gebiet der Mongolei, fast alle Inseln im Südchinesischen Meer sowie einige Inseln, die heute von Japan verwaltet werden. Jedoch wurden seit der beginnenden Demokratisierung Taiwans in den 90er Jahren (Souveränitäts-)Ansprüche auf das Gebiet der Mongolei und der Volksrepublik faktisch nicht mehr erhoben. 2006 sollen Änderungen an der republikanischen Verfassung vorgenommen werden. Ursprünglich sollten dabei auch die Staatsgrenze und Souveränitätsansprüche der heutigen Republik China auf Taiwan neu geregelt werden, jedoch wurde dieses Thema aufgrund von internationalen, vor allem US-amerikanischen Druck, verworfen, da es als Schritte zur formellen Unabhängigkeit Taiwans angesehen wird.
Das politische und staatsrechtliche Verhältnis der Republik China zur Volksrepublik China ist bis heute eines der heikelsten Probleme der Welt. Die meisten Staaten haben seit 1971 die Volksrepublik China anstelle der Republik China diplomatisch anerkannt.
Geschichte
Hauptartikel: Chinesische Geschichte
Der Sturz der Qing-Dynastie
Chinesische Geschichte
Seit Ende des 19. Jahrhunderts gab es in China revolutionäre Bestrebungen, die Mandschudynastie zu stürzen. Die treibende Kraft dieser Bestrebung kam vor allem aus den westlich erzogenen Intellektuellenschichten in den kolonialisierten Gebieten wie zum Beispiel Hongkong, Kanton und Shanghai.
Dazu gesellte sich noch eine nationalistische Strömung, welche die Qing-Dynastie als Fremdherrschaft ansah und eine von Han-Chinesen etablierte Herrschaftsform sehen wollte. Vor allem in der so genannten "neuen Armee" fanden die revolutionären Ideen großen Anklang; hier konnten die Revolutionäre auch die meisten Anhänger rekrutieren. Die "neue Armee" wurde ironischerweise von den Qing-Herrschern ins Leben gerufen, um eine nach westlichem Vorbild organisierte Armee zu errichten, als besonders während des ersten chinesisch-japanischen Kriegs die Unzulänglichkeit der traditionellen chinesischen Armee sichtbar wurde. Unter anderen hatte Sun Yatsen, der seine Ausbildung in Japan genoss und sich zum Christentum bekannte, bereits vor 1911 mehrere Umsturzversuche, hauptsächlich in den Südprovinzen organisiert.
Der Sturz der Qing-Dynastie erfolgte, als am 10. Oktober 1911 in Wu-chang die dort stationierten Neuen Armeen revoltierten. Der Gouverneur floh Hals über Kopf und gab so den Revolutionären die Gelegenheit, ihre Stellung zu festigen. Die Revolution in Wu-chang fand bald großen Anklang im gesamten Bereich des Yangtse-Laufs, es kam zur massiven Verfolgung der Mandschu. Der Prinzregent Tschün II. (vgl. auch Pu Yi) sah sich gezwungen, den 1908 verbannten Yuan Shikai zurückzurufen und als obersten Militärmachthaber einzusetzen. Yuan hatte bereits vor seiner Verbannung diese Stellung eingenommen. Seine Beiyang-Armee war die einzige Armee, auf die sich die Qing-Regierung noch stützen konnte. Sie war auch die erste "neue Armee" gewesen, und Yuan Shikai war der Mann, der diese Armee gegründet, trainiert und aufgebaut hatte. Selbst in seiner Verbannung besaß er die volle Kontrolle über diese Armee.
Yuan Shikai setzte nach seiner Rückkehr sofort seine Armee in Bewegung. Er fuhr eine Doppelstrategie: Einerseits setzte er die Revolutionäre am Yangtse stark unter Druck, andererseits verhandelte er mit Sun Yatsen über eine "friedliche Lösung".
Am 1. Januar 1912 wurde unter Sun Yatsen die Republik mit einer provisorischen Verfassung und einem Ministerium aus Jungchinesen ausgerufen. Um einen Bürgerkrieg Süd gegen Nord zu vermeiden, willigte Sun unter den folgenden Bedingungen in einen Frieden ein:
# Die Dynastie wird abgeschafft, China wird eine Republik,
# Das alte Kaiserhaus erhält eine Vorzugsbehandlung,
# Yuan erkennt die provisorische Verfassung an und
# Sun verzichtet zugunsten von Yuan.
# Die Hauptstadt der Republik, Sitz der Regierung und des Parlaments soll Nanjing werden.
Am 14. Februar wurde Yuan Shikai neuer Präsident.
Die Beiyang-Zeit
Yuan Shikai war kein Republikaner, und er verachtete Begriffe wie Demokratie. Er verkannte auch in seinem alten Denken, dass die Zeit der Kaiserhäuser vorbei war. Für ihn war die Revolution die Gelegenheit, seine eigene Dynastie zu gründen. Doch zugleich war Yuan auch ein gerissener und erfahrener Politiker.
Kurz nach seinem Amtsantritt ließ er seine eigene Beiyang-Armee in Beijing revoltieren. Unter dem Vorwand, dass er in dieser brenzligen Situation Beijing nicht verlassen konnte, um die Situation nicht außer Kontrolle geraten zu lassen, begann er seine Abmachung mit Sun Yatsen zu revidieren. Denn Beijing war seine Machtbasis, hier stand die Armee, die ihm loyal ergeben war, während er in Nanjing auf fremdem Terrain gestanden hätte. Er köderte die Führer der Revolution mit Ämtern wie Vizepräsident, Minister etc. nach Beijing und setzte sie so fest. Als Sun Yatsen Mitte 1913 erkannte, dass er von Yuan hintergangen wurde, gründete er die Kuomintang als eine politische Kraft und initiierte eine zweite Revolution. Yuan setzte sofort seine Beiyang-Armee in Bewegung und eroberte alsbald bis auf wenige Provinzen im äußersten Süden fast das gesamte China. Sun Yatsen mußte ins Exil gehen.
Yuan glaubte nun, die Zeit sei reif und ließ sich am 11. Dezember 1915 zum Kaiser einer konstitutionellen Monarchie proklamieren. Sofort rebellierten die wenigen Südprovinzen außerhalb seiner Kontrolle (die 3. Revolution). Doch noch schwerwiegender war, dass seine eigene Beiyang-Armee ihm die Treue versagte. Alle seine ranghohen Generäle gaben bekannt, dass sie gegen die Wiedereinführung der Monarchie seien. Im März 1916 musste Yuan abdanken. Verschämt und vergrämt starb er kurz darauf.
Sofort nach Yuans Tod brach ein Machtkampf innerhalb der Beiyang-Armee aus. Die Beiyang-Armee spaltete sich in vier größere Gruppen, die miteinander in wechselnden Konstellationen Bündnisse schlossen oder einander bekämpften. Je nach der Lage auf dem Schlachtfeld wechselte die Regierung in Beijing ab. In diesen zehn bis fünfzehn Jahren, in denen die Beiyang-Warlords ("Nördliche Militaristen") das Sagen hatten, wechselte der Ministerpräsident in Beijing nicht selten fünf Mal pro Jahr.
Zugleich versuchte Sun Yatsen (alias Sun Wen, Sun Zhongshan) in seiner Heimat Kanton, zum Teil gestützt auf opportunistische Warlords, eine Basis für eine demokratische Republik aufzubauen. Seine Vorstellungen ruhten auf drei Prinzipien: Nationalismus, Demokratie und Volkswohl. Er sammelte die öffentliche Meinung auf Seiten der Demokratie, gegen Despotie und Korruption und behielt eine makellose Reputation. Als Regierungschef Chinas wurde er aber nie erprobt.
Seit dem Boxeraufstand waren alle Westmächte in China vertreten und versuchten, auch hier ihre Privilegien, aber auch die Balance untereinander zu erhalten. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges jedoch änderte sich die Lage. Die europäischen und amerikanischen Mächte konzentrierten ihre Ressourcen und Aufmerksamkeit auf Europa, so dass Japan sich bei dieser Gelegenheit in China einmischen konnte. So übernahm Japan die deutsche Kolonie in Qingdao und zwang die chinesische Regierung in einem geheimen Abkommen dies anzuerkennen.
Die Offenbarung dieses Geheimdokuments am Ende des Ersten Weltkrieges führte zu der ersten großen Studentenbewegung in der chinesischen Geschichte, der Bewegung des vierten Mai. Als Folge dieser Bewegung verweigerte die chinesische Delegation auf der Pariser Friedenskonferenz 1919 die Unterzeichnung des Versailler Vertrags, in dem die Okkupation Shandongs durch Japan festgeschrieben wurde.
In dieser Zeit änderte sich das Gesicht des Landes. Die Intellektuellen Chinas wurden zu radikalen Denkern, welche den Konfuzianismus und die chinesische Schrift als Mittel der Kaiserherrschaft ablehnten und stattdessen Werte wie Wissenschaft und Demokratie, aber auch Körperertüchtigung und Individualismus propagierten. Allerdings bestanden zwischen den Intellektuellen und den armen, meist schriftunkundigen Bauern sowie den Industriearbeitern unüberbrückbare Gegensätze.
An dieser Stelle hakte das kommunistische Gedankengut ein, das mit der Russischen Revolution von 1917 herüberschwappte und scheinbar einen Weg aufzeigte, mit dem die außerordentlichen wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in China überwunden werden konnten (1920). Ein übriges tat, dass sich diese Ideologie gegen die Kolonialmächte richtete und über eine gewisse Ethik verfügte.
Der Nordfeldzug
Nach dem Tode Sun Yatsens am 12. März 1925 begann Chiang Kai-shek den Nordfeldzug gegen die Beiyang-Warlords (Beginn Sommer 1925). Dieser Feldzug war lange von Sun geplant, jedoch nie verwirklicht worden, da sich die Warlords, auf die er sich bislang gestützt hatte, als unzuverlässig herausstellten. Chiang baute in der Huangpu Militärakademie eine eigene Armee nach Suns Ideologie auf.
Chiangs Nordfeldzug erwies sich als großer Erfolg. Binnen einem halben Jahr konnte er bereits bis Huangho vorstoßen und dabei mehrere als Eliteneinheiten angesehene Beiyang-Truppen zerschlagen.
Innerhalb der Kuomintang gab es schon seit langem unterschiedliche Meinungen, wie man mit den Kommunisten umgehen sollte. Der linke Flügel, als dessen prominenteste Vertreterin die Witwe von Sun Sun Qinling zu nennen war, wollte mit den Kommunisten und damit auch mit der Sowjetunion zusammenarbeiten, während der rechte Flügel den Kommunisten eher ablehnend gegenüber stand und eher den Amerikanern und Engländern zugeneigt war. Der große Erfolg des Nordfeldzuges stärkte Chiangs Stellung in der Kuomintang, und so konnte der rechte Flügel sich durchsetzen. Als im Mai/Juni 1925 die Briten mit der blutigen Niederschlagung von zwei antiimperialistischen Demonstrationen eine gewaltige Streik- und Boykottbewegung provozierten, setzten sich die Kommunisten an die Spitze dieser Bewegung.
Am 20. März 1926 ergriff Chiang Kai-shek die Initiative, entmachtete die Kommunisten in Kanton und begrenzte den Einfluß der sowjetischen Berater. 1927 begann Chiang offen die Kommunisten zu verfolgen. Als Reaktion darauf richteten die Kommunisten Widerstandsbasen in den ländlichen Gebieten ein. Dieser Strategiewechsel markierte zugleich auch den Führungswechsel bei den Kommunisten von den eher westlich-theoretisch angehauchten Führern zu den pragmatischen, chinesisch-bäuerlichen Führern wie Mao Zedong.
Währenddessen konnte Chiang 1928 mindestens formal China unter der Flagge der Republik einen. Gegen den letzten Warlord musste er allerdings nicht antreten. Der Herrscher der Mandschurei, der junge Zhang Xueliang schwor der Nationalregierung die Treue und ließ die Flagge der Republik vor seinem Hauptquartier hissen. Allerdings wich Chiangs Republik stark vom Ideal Suns ab und glich mehr einer Militärdiktatur. Nachdem er einige opponierende Generäle ins Exil schicken konnte, begann er seinen Feldzug gegen die Basen der Kommunisten. 1934 sahen sich die Kommunisten in den Südprovinzen gezwungen, ihre Basen zu verlassen. In einem "Langen Marsch", welcher innerhalb eines Jahres 1934/35 elf Provinzen durchquerte, konnte sich der "Kern" der Kommunistischen Partei Chinas nach Yenan/Shensi retten.
Der Sino-Japanische Krieg
Bereits nach dem Russisch-Japanischen Krieg wähnte Japan China als seine Machtsphäre. Durch mehrere Abkommen hatte sich Japan beträchtliche Privilegien (inklusive der Stationierung von Armeen und der Alleinherrschaft über wichtige Eisenbahnlinien) in der Mandschurei gesichert. Als Zhang Xueliang kampflos in das republikanische Lager wechselte, musste Japan um Machtverlust fürchten. Im September 1931 begann es eine militärische Konfrontation mit den dortigen chinesischen Truppen. Chiang, der seinen Einigungsprozess noch nicht gefestigt sah, befahl Zhang, freiwillig aus der Mandschurei abzuziehen. Ein Jahr darauf setzten die Japaner den letzten Qing-Kaiser Pu Yi als ihre Marionette und Kaiser Mandschukos ein.
Chiang war fest davon überzeugt, dass er sich keine Konfrontation mit den Japanern leisten konnte, bevor er absolute Macht erlangt und jeden Widerstand innerhalb Chinas gebrochen hatte. Doch seine Rückzugspolitik und die erneute Provokation Japans erregten immer größeren Widerstand in China. Auch dies konnten die mittlerweile nach Nordchina exilierten Kommunisten bestens propagandistisch ausschlachten. Als Chiang 1936 Zhang in Xi'an besuchte, setzte Zhang ihn fest und erzwang von ihm das Versprechen, mit den Kommunisten zusammen zu arbeiten und gegen die Japaner vorzugehen. Am 7. Juli 1937 provozierte die japanische Armee vor Beijing den Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke, wodurch der Sino-Japanische Krieg ausbrach.
Der Krieg verlief für die Chinesen katastrophal. Innerhalb eines Jahres verloren sie die Kontrolle in fast sämtlichen Küstengebieten. Die Nationalregierung musste ins Landesinnere flüchten. Obwohl japanische Flugzeuge die inländischen Städte terrorisierten, konnten sie die dortige Nationalregierung nicht zur Aufgabe zwingen. Auch war die Kopfstärke ihrer Armee zu gering, um das gesamte Land zu besetzen. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und vor allem nach dem Angriff auf Pearl Harbor erhielt die Nationalregierung zunehmend materielle und militärische Hilfe von den USA. Mehrere Versuche Japans, die Materiallieferung über Burma und Indien zu unterbinden, schlugen fehl. Bis zum Kriegsende herrschte eine Pattsituation an der chinesischen Front.
Die Japaner machten sich dabei zahlreicher Kriegsverbrechen schuldig, insbesondere bei der Eroberung der damaligen Hauptstadt Nanking Dezember 1937, die sechs Wochen lang erbarmungslos terrorisiert wurde, was als Massaker von Nanking in die Geschichtsbücher einging. Der Krieg forderte von China über 19 Millionen Tote. Am Tag ihrer Kapitulation (14. August 1945) verließen die Japaner Nanking.
Der Bürgerkrieg
1945]
Trotz mehrfacher Versuche der USA, einen Waffenstillstand in China zu verwirklichen, brach letztlich doch der Bürgerkrieg erneut aus. Obwohl anfangs die republikanische Armee Erfolge verbuchen und sogar kurzfristig Yanan besetzen konnte, überschätzte Chiang seinen Rückhalt im Land. Die Kommunisten waren weniger korrupt und freundlicher zu den Bauern, mehr an ihnen interessiert. Während Chiang Kai-shek nach schnellen Erfolgen große Teile seiner Truppen zur Absicherung in den Garnisonen zurücklassen musste, konzentrierten sich Mao und seine Militärs auf die Vernichtung seiner kämpfenden Kräfte, nicht auf die Behauptung bestimmter Orte. In mehreren großen Feldzügen und unter stillschweigender Hilfe der Sowjetunion erlangten die Kommunisten zuerst die Kontrolle über die Mandschurei und dann über Nordchina. Selbst der Jangtsekiang als natürliches Hindernis konnte sie nicht aufhalten.
Während der Bürgerkriegszeit war China in drei Einflussbereiche aufgeteilt:
- Die Kommunisten unter Mao Zedong in Yan'an
- Die Kuomintang unter Chiang Kai-shek in Chongqing
- Die Japan-freundliche Marionettenregierung unter Wang Ching-wei in Nanking
Am 1. Oktober 1949 wurde von Mao Zedong in Peking die Volksrepublik China ausgerufen. International, besonders von den westlichen Ländern, wurde sie aber erst in den 70er Jahren anerkannt.
Die vom Festland vertriebene Kuomintang-Regierung besteht seit 1949 bis heute als stabilisiertes De-Facto-Regime auf der Insel Formosa fort, ist jedoch besser unter dem Namen Taiwan bekannt.
Republik China auf Taiwan
Der Verfassung nach betrachtet Taiwan sich immer noch als die fortbestehende Republik China und erhebt daraus Anspruch auf ganz China. Faktisch werden diese Forderungen aber (z.B. im Fall der Mongolei) nicht mehr erhoben. Taiwan ist auf Druck der Regierung der Volksrepublik international nicht anerkannt. Das Land wird auch oft als Republik China auf Taiwan (Republic of China on Taiwan) oder eben National-China bezeichnet. Bis in die 80er Jahre blieb die Republik China eine Militärdiktatur; die Verfassung, in der die Demokratie festgeschrieben wurde, war durch mehrere Notstandsklauseln selbst zum Teil außer Kraft gesetzt. Erst Ende der 80er Jahre begann in Taiwan eine Demokratisierung. Die Notstandsklauseln wurden aus der Verfassung entfernt und neue Parteien neben der Kuomintang wurden zugelassen.
Viele Taiwaner wünschen für sich eine stabile internationale Stellung, und dies verstärkt die Unabhängigkeitsbewegung. Die Regierung der Volksrepublik China jedoch betrachtet Taiwan als eine abtrünnige Provinz und drohte eine militärische Besetzung der Insel an, falls Taiwan sich für unabhängig erklären sollte. Die meisten westlichen Regierungen halten einerseits an der Ein-China-Politik fest und ächten andererseits jede militärische Drohung. Die USA erließen ein Gesetz (Taiwan Relation Act), wonach sie sich verpflichten, Taiwan Hilfe gegen jede militärische Bedrohung zu leisten.
Die letzten Wahlen gewannen stets die Pro-Unabhängigkeitsparteien, was in der Volksrepublik starken Unmut erzeugt hat. Die momentane Regierung hat in ihrem Wahlprogramm die Ausarbeitung einer neuen Verfassung versprochen, was die Abschaffung der alten, aus dem Festland stammenden, republikanischen Verfassung bedeuten würde, in der zum Beispiel auch die Souveränität (die Staatsgrenze) festgeschrieben war. Unter internationalem, vor allem US-amerikanischem, Druck versprach die neue Regierung, diese Passage nicht anzutasten.
Weblinks
- [http://www.china1900.info/ China um 1900]
- [http://www.gio.gov.tw/taiwan-website/abroad/de/index.html Regierungsportal (auf Deutsch)]
- [http://www.nwc.navy.mil/chinesecs/ Chinesischer Bürgerkrieg 1911-1949 (engl.)]
Kategorie:Politik (China)
als:Republik China (Taiwan)
ja:中華民国
simple:Republic of China
zh-cn:中华民国
zh-tw:中華民國
InselEine Insel ist eine Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben ist, aber nicht als Kontinent gilt. Auch durch den Menschen künstlich erstellte Bauwerke (Brücken, Fahrdämme) verändern die Inseleigenschaft nicht, wenn die Natur bis dahin für die vollständige Wasserumgebung gesorgt hat. Sylt ist also nach wie vor eine Insel. Der Peloponnes ist dementsprechend eine Halbinsel - obwohl ein Kanal die Landenge und Verbindung zur Attika durchschneidet.
Einige Länder haben diese Definition noch erweitert. So darf in Kanada erst dann von einer Insel gesprochen werden, wenn auf einem Stück Land ein Baum wächst. Diese Definition ist dort nötig, da nur auf Inseln gebaut werden darf.
Man unterscheidet zwei Arten hinsichtlich der Lage von Inseln:
#Ozeanische Inseln, die oft als Bestandteil mittelozeanischer Rücken, frei vom Kontinent aus dem Meer aufragen (meist Vulkane oder Koralleninseln (Atolle))
#Kontinentale Inseln, die auf dem Festlandsockel ruhen.
Eine weitere denkbare Unterscheidung wäre die nach der Art des Gewässers in:
#Hochseeinsel, wie z.B. Helgoland bzw. See- oder Meeresinsel
#Binnenseeinsel
#Flussinsel
Große Inseln
Legende: ~= bedeutet: bitte ausfüllen
Geowissenschaftlich interessante Inseln in der Wikipedia
- Kachelotplate
- Sable Island
- Surtsey
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- Liste griechischer Inseln
- Liste niederländischer Inseln
- Liste polnischer Inseln
- Liste russischer Inseln
- Liste unbewohnter Inseln
siehe auch
- Insel (Altmark), Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt
- Kommissionsinsel, Stadtviertel der Stadt Kehl am Rhein
- Insel-Verlag, Insel-Bücherei
Kategorie:Physische Geographie
ja:島
ko:섬
ms:Pulau
simple:Island
th:เกาะ
zh-min-nan:Tó-sū
Republik China
Die Republik China [] (vereinfacht: 中华民国, traditionell: 中華民國, Pinyin: Zhōnghuá mínguó) - auch Nationalchina genannt - ist einer der beiden chinesischen Staaten, die Anspruch darauf erheben, China rechtmäßig zu vertreten (siehe auch Volksrepublik China und Taiwan).
Von 1912 bis 1949 war Republik China die Bezeichnung für den Staat, der mehr oder weniger das gesamte chinesische Territorium umfasste. Ab 1949 beschränkte sich das effektive Herrschaftsgebiet der Republik China nur noch auf die Insel Taiwan, einige dem Festland Chinas vorgelagerte Inseln und einige Inseln im Südchinesischen Meer. Bis 1971 stellte die Republik China die alleinige chinesische Vertretung bei den UN und hatte einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen inne. 1971 verlor die Republik China die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen an die Volksrepublik China. Der vom Festland stammenden Verfassung nach erhebt die Republik China bis heute Anspruch auf ganz China, das Gebiet der Mongolei, fast alle Inseln im Südchinesischen Meer sowie einige Inseln, die heute von Japan verwaltet werden. Jedoch wurden seit der beginnenden Demokratisierung Taiwans in den 90er Jahren (Souveränitäts-)Ansprüche auf das Gebiet der Mongolei und der Volksrepublik faktisch nicht mehr erhoben. 2006 sollen Änderungen an der republikanischen Verfassung vorgenommen werden. Ursprünglich sollten dabei auch die Staatsgrenze und Souveränitätsansprüche der heutigen Republik China auf Taiwan neu geregelt werden, jedoch wurde dieses Thema aufgrund von internationalen, vor allem US-amerikanischen Druck, verworfen, da es als Schritte zur formellen Unabhängigkeit Taiwans angesehen wird.
Das politische und staatsrechtliche Verhältnis der Republik China zur Volksrepublik China ist bis heute eines der heikelsten Probleme der Welt. Die meisten Staaten haben seit 1971 die Volksrepublik China anstelle der Republik China diplomatisch anerkannt.
Geschichte
Hauptartikel: Chinesische Geschichte
Der Sturz der Qing-Dynastie
Chinesische Geschichte
Seit Ende des 19. Jahrhunderts gab es in China revolutionäre Bestrebungen, die Mandschudynastie zu stürzen. Die treibende Kraft dieser Bestrebung kam vor allem aus den westlich erzogenen Intellektuellenschichten in den kolonialisierten Gebieten wie zum Beispiel Hongkong, Kanton und Shanghai.
Dazu gesellte sich noch eine nationalistische Strömung, welche die Qing-Dynastie als Fremdherrschaft ansah und eine von Han-Chinesen etablierte Herrschaftsform sehen wollte. Vor allem in der so genannten "neuen Armee" fanden die revolutionären Ideen großen Anklang; hier konnten die Revolutionäre auch die meisten Anhänger rekrutieren. Die "neue Armee" wurde ironischerweise von den Qing-Herrschern ins Leben gerufen, um eine nach westlichem Vorbild organisierte Armee zu errichten, als besonders während des ersten chinesisch-japanischen Kriegs die Unzulänglichkeit der traditionellen chinesischen Armee sichtbar wurde. Unter anderen hatte Sun Yatsen, der seine Ausbildung in Japan genoss und sich zum Christentum bekannte, bereits vor 1911 mehrere Umsturzversuche, hauptsächlich in den Südprovinzen organisiert.
Der Sturz der Qing-Dynastie erfolgte, als am 10. Oktober 1911 in Wu-chang die dort stationierten Neuen Armeen revoltierten. Der Gouverneur floh Hals über Kopf und gab so den Revolutionären die Gelegenheit, ihre Stellung zu festigen. Die Revolution in Wu-chang fand bald großen Anklang im gesamten Bereich des Yangtse-Laufs, es kam zur massiven Verfolgung der Mandschu. Der Prinzregent Tschün II. (vgl. auch Pu Yi) sah sich gezwungen, den 1908 verbannten Yuan Shikai zurückzurufen und als obersten Militärmachthaber einzusetzen. Yuan hatte bereits vor seiner Verbannung diese Stellung eingenommen. Seine Beiyang-Armee war die einzige Armee, auf die sich die Qing-Regierung noch stützen konnte. Sie war auch die erste "neue Armee" gewesen, und Yuan Shikai war der Mann, der diese Armee gegründet, trainiert und aufgebaut hatte. Selbst in seiner Verbannung besaß er die volle Kontrolle über diese Armee.
Yuan Shikai setzte nach seiner Rückkehr sofort seine Armee in Bewegung. Er fuhr eine Doppelstrategie: Einerseits setzte er die Revolutionäre am Yangtse stark unter Druck, andererseits verhandelte er mit Sun Yatsen über eine "friedliche Lösung".
Am 1. Januar 1912 wurde unter Sun Yatsen die Republik mit einer provisorischen Verfassung und einem Ministerium aus Jungchinesen ausgerufen. Um einen Bürgerkrieg Süd gegen Nord zu vermeiden, willigte Sun unter den folgenden Bedingungen in einen Frieden ein:
# Die Dynastie wird abgeschafft, China wird eine Republik,
# Das alte Kaiserhaus erhält eine Vorzugsbehandlung,
# Yuan erkennt die provisorische Verfassung an und
# Sun verzichtet zugunsten von Yuan.
# Die Hauptstadt der Republik, Sitz der Regierung und des Parlaments soll Nanjing werden.
Am 14. Februar wurde Yuan Shikai neuer Präsident.
Die Beiyang-Zeit
Yuan Shikai war kein Republikaner, und er verachtete Begriffe wie Demokratie. Er verkannte auch in seinem alten Denken, dass die Zeit der Kaiserhäuser vorbei war. Für ihn war die Revolution die Gelegenheit, seine eigene Dynastie zu gründen. Doch zugleich war Yuan auch ein gerissener und erfahrener Politiker.
Kurz nach seinem Amtsantritt ließ er seine eigene Beiyang-Armee in Beijing revoltieren. Unter dem Vorwand, dass er in dieser brenzligen Situation Beijing nicht verlassen konnte, um die Situation nicht außer Kontrolle geraten zu lassen, begann er seine Abmachung mit Sun Yatsen zu revidieren. Denn Beijing war seine Machtbasis, hier stand die Armee, die ihm loyal ergeben war, während er in Nanjing auf fremdem Terrain gestanden hätte. Er köderte die Führer der Revolution mit Ämtern wie Vizepräsident, Minister etc. nach Beijing und setzte sie so fest. Als Sun Yatsen Mitte 1913 erkannte, dass er von Yuan hintergangen wurde, gründete er die Kuomintang als eine politische Kraft und initiierte eine zweite Revolution. Yuan setzte sofort seine Beiyang-Armee in Bewegung und eroberte alsbald bis auf wenige Provinzen im äußersten Süden fast das gesamte China. Sun Yatsen mußte ins Exil gehen.
Yuan glaubte nun, die Zeit sei reif und ließ sich am 11. Dezember 1915 zum Kaiser einer konstitutionellen Monarchie proklamieren. Sofort rebellierten die wenigen Südprovinzen außerhalb seiner Kontrolle (die 3. Revolution). Doch noch schwerwiegender war, dass seine eigene Beiyang-Armee ihm die Treue versagte. Alle seine ranghohen Generäle gaben bekannt, dass sie gegen die Wiedereinführung der Monarchie seien. Im März 1916 musste Yuan abdanken. Verschämt und vergrämt starb er kurz darauf.
Sofort nach Yuans Tod brach ein Machtkampf innerhalb der Beiyang-Armee aus. Die Beiyang-Armee spaltete sich in vier größere Gruppen, die miteinander in wechselnden Konstellationen Bündnisse schlossen oder einander bekämpften. Je nach der Lage auf dem Schlachtfeld wechselte die Regierung in Beijing ab. In diesen zehn bis fünfzehn Jahren, in denen die Beiyang-Warlords ("Nördliche Militaristen") das Sagen hatten, wechselte der Ministerpräsident in Beijing nicht selten fünf Mal pro Jahr.
Zugleich versuchte Sun Yatsen (alias Sun Wen, Sun Zhongshan) in seiner Heimat Kanton, zum Teil gestützt auf opportunistische Warlords, eine Basis für eine demokratische Republik aufzubauen. Seine Vorstellungen ruhten auf drei Prinzipien: Nationalismus, Demokratie und Volkswohl. Er sammelte die öffentliche Meinung auf Seiten der Demokratie, gegen Despotie und Korruption und behielt eine makellose Reputation. Als Regierungschef Chinas wurde er aber nie erprobt.
Seit dem Boxeraufstand waren alle Westmächte in China vertreten und versuchten, auch hier ihre Privilegien, aber auch die Balance untereinander zu erhalten. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges jedoch änderte sich die Lage. Die europäischen und amerikanischen Mächte konzentrierten ihre Ressourcen und Aufmerksamkeit auf Europa, so dass Japan sich bei dieser Gelegenheit in China einmischen konnte. So übernahm Japan die deutsche Kolonie in Qingdao und zwang die chinesische Regierung in einem geheimen Abkommen dies anzuerkennen.
Die Offenbarung dieses Geheimdokuments am Ende des Ersten Weltkrieges führte zu der ersten großen Studentenbewegung in der chinesischen Geschichte, der Bewegung des vierten Mai. Als Folge dieser Bewegung verweigerte die chinesische Delegation auf der Pariser Friedenskonferenz 1919 die Unterzeichnung des Versailler Vertrags, in dem die Okkupation Shandongs durch Japan festgeschrieben wurde.
In dieser Zeit änderte sich das Gesicht des Landes. Die Intellektuellen Chinas wurden zu radikalen Denkern, welche den Konfuzianismus und die chinesische Schrift als Mittel der Kaiserherrschaft ablehnten und stattdessen Werte wie Wissenschaft und Demokratie, aber auch Körperertüchtigung und Individualismus propagierten. Allerdings bestanden zwischen den Intellektuellen und den armen, meist schriftunkundigen Bauern sowie den Industriearbeitern unüberbrückbare Gegensätze.
An dieser Stelle hakte das kommunistische Gedankengut ein, das mit der Russischen Revolution von 1917 herüberschwappte und scheinbar einen Weg aufzeigte, mit dem die außerordentlichen wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in China überwunden werden konnten (1920). Ein übriges tat, dass sich diese Ideologie gegen die Kolonialmächte richtete und über eine gewisse Ethik verfügte.
Der Nordfeldzug
Nach dem Tode Sun Yatsens am 12. März 1925 begann Chiang Kai-shek den Nordfeldzug gegen die Beiyang-Warlords (Beginn Sommer 1925). Dieser Feldzug war lange von Sun geplant, jedoch nie verwirklicht worden, da sich die Warlords, auf die er sich bislang gestützt hatte, als unzuverlässig herausstellten. Chiang baute in der Huangpu Militärakademie eine eigene Armee nach Suns Ideologie auf.
Chiangs Nordfeldzug erwies sich als großer Erfolg. Binnen einem halben Jahr konnte er bereits bis Huangho vorstoßen und dabei mehrere als Eliteneinheiten angesehene Beiyang-Truppen zerschlagen.
Innerhalb der Kuomintang gab es schon seit langem unterschiedliche Meinungen, wie man mit den Kommunisten umgehen sollte. Der linke Flügel, als dessen prominenteste Vertreterin die Witwe von Sun Sun Qinling zu nennen war, wollte mit den Kommunisten und damit auch mit der Sowjetunion zusammenarbeiten, während der rechte Flügel den Kommunisten eher ablehnend gegenüber stand und eher den Amerikanern und Engländern zugeneigt war. Der große Erfolg des Nordfeldzuges stärkte Chiangs Stellung in der Kuomintang, und so konnte der rechte Flügel sich durchsetzen. Als im Mai/Juni 1925 die Briten mit der blutigen Niederschlagung von zwei antiimperialistischen Demonstrationen eine gewaltige Streik- und Boykottbewegung provozierten, setzten sich die Kommunisten an die Spitze dieser Bewegung.
Am 20. März 1926 ergriff Chiang Kai-shek die Initiative, entmachtete die Kommunisten in Kanton und begrenzte den Einfluß der sowjetischen Berater. 1927 begann Chiang offen die Kommunisten zu verfolgen. Als Reaktion darauf richteten die Kommunisten Widerstandsbasen in den ländlichen Gebieten ein. Dieser Strategiewechsel markierte zugleich auch den Führungswechsel bei den Kommunisten von den eher westlich-theoretisch angehauchten Führern zu den pragmatischen, chinesisch-bäuerlichen Führern wie Mao Zedong.
Währenddessen konnte Chiang 1928 mindestens formal China unter der Flagge der Republik einen. Gegen den letzten Warlord musste er allerdings nicht antreten. Der Herrscher der Mandschurei, der junge Zhang Xueliang schwor der Nationalregierung die Treue und ließ die Flagge der Republik vor seinem Hauptquartier hissen. Allerdings wich Chiangs Republik stark vom Ideal Suns ab und glich mehr einer Militärdiktatur. Nachdem er einige opponierende Generäle ins Exil schicken konnte, begann er seinen Feldzug gegen die Basen der Kommunisten. 1934 sahen sich die Kommunisten in den Südprovinzen gezwungen, ihre Basen zu verlassen. In einem "Langen Marsch", welcher innerhalb eines Jahres 1934/35 elf Provinzen durchquerte, konnte sich der "Kern" der Kommunistischen Partei Chinas nach Yenan/Shensi retten.
Der Sino-Japanische Krieg
Bereits nach dem Russisch-Japanischen Krieg wähnte Japan China als seine Machtsphäre. Durch mehrere Abkommen hatte sich Japan beträchtliche Privilegien (inklusive der Stationierung von Armeen und der Alleinherrschaft über wichtige Eisenbahnlinien) in der Mandschurei gesichert. Als Zhang Xueliang kampflos in das republikanische Lager wechselte, musste Japan um Machtverlust fürchten. Im September 1931 begann es eine militärische Konfrontation mit den dortigen chinesischen Truppen. Chiang, der seinen Einigungsprozess noch nicht gefestigt sah, befahl Zhang, freiwillig aus der Mandschurei abzuziehen. Ein Jahr darauf setzten die Japaner den letzten Qing-Kaiser Pu Yi als ihre Marionette und Kaiser Mandschukos ein.
Chiang war fest davon überzeugt, dass er sich keine Konfrontation mit den Japanern leisten konnte, bevor er absolute Macht erlangt und jeden Widerstand innerhalb Chinas gebrochen hatte. Doch seine Rückzugspolitik und die erneute Provokation Japans erregten immer größeren Widerstand in China. Auch dies konnten die mittlerweile nach Nordchina exilierten Kommunisten bestens propagandistisch ausschlachten. Als Chiang 1936 Zhang in Xi'an besuchte, setzte Zhang ihn fest und erzwang von ihm das Versprechen, mit den Kommunisten zusammen zu arbeiten und gegen die Japaner vorzugehen. Am 7. Juli 1937 provozierte die japanische Armee vor Beijing den Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke, wodurch der Sino-Japanische Krieg ausbrach.
Der Krieg verlief für die Chinesen katastrophal. Innerhalb eines Jahres verloren sie die Kontrolle in fast sämtlichen Küstengebieten. Die Nationalregierung musste ins Landesinnere flüchten. Obwohl japanische Flugzeuge die inländischen Städte terrorisierten, konnten sie die dortige Nationalregierung nicht zur Aufgabe zwingen. Auch war die Kopfstärke ihrer Armee zu gering, um das gesamte Land zu besetzen. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und vor allem nach dem Angriff auf Pearl Harbor erhielt die Nationalregierung zunehmend materielle und militärische Hilfe von den USA. Mehrere Versuche Japans, die Materiallieferung über Burma und Indien zu unterbinden, schlugen fehl. Bis zum Kriegsende herrschte eine Pattsituation an der chinesischen Front.
Die Japaner machten sich dabei zahlreicher Kriegsverbrechen schuldig, insbesondere bei der Eroberung der damaligen Hauptstadt Nanking Dezember 1937, die sechs Wochen lang erbarmungslos terrorisiert wurde, was als Massaker von Nanking in die Geschichtsbücher einging. Der Krieg forderte von China über 19 Millionen Tote. Am Tag ihrer Kapitulation (14. August 1945) verließen die Japaner Nanking.
Der Bürgerkrieg
1945]
Trotz mehrfacher Versuche der USA, einen Waffenstillstand in China zu verwirklichen, brach letztlich doch der Bürgerkrieg erneut aus. Obwohl anfangs die republikanische Armee Erfolge verbuchen und sogar kurzfristig Yanan besetzen konnte, überschätzte Chiang seinen Rückhalt im Land. Die Kommunisten waren weniger korrupt und freundlicher zu den Bauern, mehr an ihnen interessiert. Während Chiang Kai-shek nach schnellen Erfolgen große Teile seiner Truppen zur Absicherung in den Garnisonen zurücklassen musste, konzentrierten sich Mao und seine Militärs auf die Vernichtung seiner kämpfenden Kräfte, nicht auf die Behauptung bestimmter Orte. In mehreren großen Feldzügen und unter stillschweigender Hilfe der Sowjetunion erlangten die Kommunisten zuerst die Kontrolle über die Mandschurei und dann über Nordchina. Selbst der Jangtsekiang als natürliches Hindernis konnte sie nicht aufhalten.
Während der Bürgerkriegszeit war China in drei Einflussbereiche aufgeteilt:
- Die Kommunisten unter Mao Zedong in Yan'an
- Die Kuomintang unter Chiang Kai-shek in Chongqing
- Die Japan-freundliche Marionettenregierung unter Wang Ching-wei in Nanking
Am 1. Oktober 1949 wurde von Mao Zedong in Peking die Volksrepublik China ausgerufen. International, besonders von den westlichen Ländern, wurde sie aber erst in den 70er Jahren anerkannt.
Die vom Festland vertriebene Kuomintang-Regierung besteht seit 1949 bis heute als stabilisiertes De-Facto-Regime auf der Insel Formosa fort, ist jedoch besser unter dem Namen Taiwan bekannt.
Republik China auf Taiwan
Der Verfassung nach betrachtet Taiwan sich immer noch als die fortbestehende Republik China und erhebt daraus Anspruch auf ganz China. Faktisch werden diese Forderungen aber (z.B. im Fall der Mongolei) nicht mehr erhoben. Taiwan ist auf Druck der Regierung der Volksrepublik international nicht anerkannt. Das Land wird auch oft als Republik China auf Taiwan (Republic of China on Taiwan) oder eben National-China bezeichnet. Bis in die 80er Jahre blieb die Republik China eine Militärdiktatur; die Verfassung, in der die Demokratie festgeschrieben wurde, war durch mehrere Notstandsklauseln selbst zum Teil außer Kraft gesetzt. Erst Ende der 80er Jahre begann in Taiwan eine Demokratisierung. Die Notstandsklauseln wurden aus der Verfassung entfernt und neue Parteien neben der Kuomintang wurden zugelassen.
Viele Taiwaner wünschen für sich eine stabile internationale Stellung, und dies verstärkt die Unabhängigkeitsbewegung. Die Regierung der Volksrepublik China jedoch betrachtet Taiwan als eine abtrünnige Provinz und drohte eine militärische Besetzung der Insel an, falls Taiwan sich für unabhängig erklären sollte. Die meisten westlichen Regierungen halten einerseits an der Ein-China-Politik fest und ächten andererseits jede militärische Drohung. Die USA erließen ein Gesetz (Taiwan Relation Act), wonach sie sich verpflichten, Taiwan Hilfe gegen jede militärische Bedrohung zu leisten.
Die letzten Wahlen gewannen stets die Pro-Unabhängigkeitsparteien, was in der Volksrepublik starken Unmut erzeugt hat. Die momentane Regierung hat in ihrem Wahlprogramm die Ausarbeitung einer neuen Verfassung versprochen, was die Abschaffung der alten, aus dem Festland stammenden, republikanischen Verfassung bedeuten würde, in der zum Beispiel auch die Souveränität (die Staatsgrenze) festgeschrieben war. Unter internationalem, vor allem US-amerikanischem, Druck versprach die neue Regierung, diese Passage nicht anzutasten.
Weblinks
- [http://www.china1900.info/ China um 1900]
- [http://www.gio.gov.tw/taiwan-website/abroad/de/index.html Regierungsportal (auf Deutsch)]
- [http://www.nwc.navy.mil/chinesecs/ Chinesischer Bürgerkrieg 1911-1949 (engl.)]
Kategorie:Politik (China)
als:Republik China (Taiwan)
ja:中華民国
simple:Republic of China
zh-cn:中华民国
zh-tw:中華民國
De factoDe facto ist ein lateinischer Ausdruck für „nach Tatsachen“, „in der Praxis“, „tatsächlich“.
Mit de facto wird ein Umstand dann bezeichnet, wenn er als weit verbreitet und allgemein anerkannt gilt, auch wenn nicht durch entsprechende Institutionen formal als de jure festgelegt. De jure bezeichnet also den rechtlichen Sollzustand, de facto den tatsächlichen Istzustand.
Beispielsweise ist die Höchstgeschwindigkeit in Deutschland innerorts de jure mit 50 km/h festgelegt, de facto jedoch können im Berufsverkehr einer Großstadt mitunter zu den Hauptverkehrszeiten kaum mehr als 30 km/h erreicht werden.
Diese Begriffe werden aber auch für die Kategorisierung von Staaten verwendet. So ist zum Beispiel Somaliland ein de facto, jedoch nicht de jure anerkannter Staat. Im Gegensatz dazu ist Somalia zwar international ein de jure anerkannter, de facto jedoch nicht existenter Staat.
Kategorie:Lateinische Phrase
ja:デファクトスタンダード
Volksrepublik China
Die Volksrepublik China [] bzw. []; (vereinfacht 中华人民共和国, traditionell 中華人民共和國, Pinyin Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó ) ist der flächengrößte Staat in Ostasien. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat mit 1,3 Milliarden Staatsbürgern mehr Einwohner als die Europäische Union und Afrika zusammen.
Seit ihrer Gründung 1949, als sich nach dem Bürgerkrieg die Kuomintang nach Taiwan zurückzog, wird die Volksrepublik von der Kommunistischen Partei Chinas regiert.
Die Bezeichnungen China und Sino- stammen wahrscheinlich von dem chinesischen Wort Qín. Im Chinesischen ist Qín der Name der Dynastie des Gründungskaisers des chinesischen Reiches. Über mehrere Stationen und Sprachen gelangten der Begriff entlang der Seidenstraße bis nach Europa. Das chinesische Äquivalent zu unserem Wort "China" ist Zhōngguó, das im Deutschen recht gut mit Reich der Mitte wiedergegeben ist.
Die Volksrepublik China ist flächenmäßig der drittgrößte Staat der Erde und umfasst das gesamte als China bekannte kulturell-geografische Gebiet Asiens, mit Ausnahme Taiwans und einiger kleiner Inseln vor der Küste Fujians. Der politische Status Taiwans ist nach wie vor umstritten; die mit 23 Millionen Einwohnern dichtbevölkerte Insel heißt offiziell Republik China. Weitere Bezeichnungen für die VR China sind der veraltete Begriff Rotchina und das vor allem im englischen Sprachraum verbreitete Festlandchina (mainland China). Beide Begriffe schließen die an der Küste gelegenen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao aus, die seit 1997 bzw. 1999 zum Staatsgebiet gehören.
Das Staatsgebiet gliedert sich in 22 Provinzen und 5 autonome Gebiete (siehe Administrative Gliederung der VR China). Davon machen die größten 3 Provinzen 45 Prozent der Staatsfläche aus: Xinjiang und Tibet im Westen sowie die Innere Mongolei im Norden. Allerdings sind diese Gebiete mit einem Anteil von 4% an der Bevölkerung der Volksrepublik sehr dünn besiedelt.
Die Volksrepublik China wurde bis in die 1990er Jahre als Entwicklungsland eingestuft, entwickelt sich aber seit seiner teilweisen Öffnung nach der "Kulturrevolution" zunehmend zu einer Großmacht. Sie vertritt international die "Ein-China-Politik", deren offizielle Anerkennung sie seit Anfang der 70er Jahre auch im Westen durchsetzt. Wirtschaftlich weist China derzeit eine hohe Dynamik auf, so dass der aktuelle Fünfjahrplan bereits eine Drosselung gegen eine allfällige Überhitzung vorsieht.
Um das rasche Bevölkerungswachstum einzudämmen, gilt die Ein-Kind-Politik, die allerdings in den letzten Jahren gemildert worden ist. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zunahme der Bevölkerung von über 3% auf 1-2% eingependelt.
Geografie
Lage und geografische Gliederung
Ein-Kind-Politik
Die Volksrepublik China grenzt an 14 Staaten, kein Staat hat mehr direkte Nachbarländer. Im Uhrzeigersinn sind dies: Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisien, Kasachstan, Russland, Mongolei, Nordkorea, Vietnam, Laos, Myanmar, Bhutan und Nepal.
Festlandchina ist mit 9,5 Millionen Quadratkilometern etwa so groß wie die USA oder ganz Europa bis zum Ural. Die physische Oberfläche, die klimatischen Bedingungen und damit die Bewohnbarkeit der einzelnen Regionen des Landes unterscheiden sich sehr stark. China ist durch eine Reihe natürlicher Grenzen von seinen Nachbarn getrennt: im Osten und Südosten durch Meere (Gelbes Meer, Ostchinesisches Meer und Südchinesisches Meer), im Süden, Südwesten, Westen und Nordwesten durch hohe Bergmassive, im Norden durch Steppen und Wüsten und im Nordosten durch Flüsse (Amur und Ussuri).
Ussuri
Die Nord-Süd-Ausdehnung Chinas beträgt ca. 4.500 km; die Ost-West-Ausdehnung 4.200 km. Die Küstenlänge aller Seegrenzen Chinas beläuft sich auf 14.000 km. Der längste Fluss Chinas ist mit 6.300 km der Jangtse (Pinyin: Chángjiāng), der höchste Berg der Mount Everest mit 8.844 m und der größte See der Qinghai-See mit ca. 5.000 km².
Das Territorium kann man grob in drei Bereiche unterteilen:
- Der Osten Chinas ist von vier großen, dicht besiedelten Schwemmebenen geprägt. An den Küsten befinden sich die Deltas seiner größten Flüsse. Der südöstliche Küstenstreifen ist gebirgig, während der Süden eher hügelig ist. Das Gebiet hat eine Höhe von maximal 500 Meter über dem Meeresspiegel.
- Westlich an die Ebenen schließen sich zahlreiche Gebirge mit Hochebenen und großen Becken an: die Mongolische Hochebene, das Tarimbecken, das Sichuan-Becken, das Lössplateau oder das Yunnan-Guizhou-Hochland. Die Berge haben hier Höhen von etwa 1000 bis 2000 Metern.
- Westchina hat einen ausgesprochenen Hochgebirgscharakter mit dazwischen liegenden Hochebenen. Die größten Gebirge sind: Himalaya, Tianshan, Pamir und das Hochland von Tibet. Die Gesamtregion liegt durchschnittlich 4000 Meter über dem Meeresspiegel und gehört damit zu den höchstgelegenen Ebenen der Welt. Der Westen ist zusammen mit der Inneren Mongolei auch der trockenste Landesteil, für dessen ausgeprägtes Wüstenklima die Gobi und die Taklamakan stehen.
Taklamakan
Die zwei wichtigsten - und längsten - Flüsse sind der Jangtse und der Gelbe Fluss, gefolgt von Mekong, Perlfluss, Brahmaputra und Amur. Die Flüsse fließen den geografischen Gegebenheiten folgend von Westen nach Osten, d.h. aus den Hochregionen mit Schnee und Gletschern aber wenig Niederschlag in die Ebenen mit viel Niederschlag.
Die Hauptstadt Chinas ist Peking.
Weitere wichtige Städte sind Shanghai, Guangzhou, Wuhan, Harbin, Nanjing, Xi'an, Chengdu, Tianjin, Chongqing und Shenzhen.
Die Fläche Chinas besteht zu 1,5 Prozent aus Städten, 2 Prozent aus Feuchtgebieten, 6,5 Prozent aus Ödland, 9 Prozent aus Wald, 21 Prozent aus Wüste, 24 Prozent aus Grasland und zu 36 Prozent aus Ackerland.
Das Klima ist so vielfältig wie die Geografie: Im Westen, Norden und Nordosten herrscht ausgeprägtes Kontinentalklima mit sehr kalten Wintern und heißen Sommern. Im Süden ist das Klima hingegen subtropisch bis tropisch. Tibet hat ein spezielles Hochgebirgsklima.
Koordinaten
ca. 78° - 130° E Länge
ca. 22° - 50° N Breite
Naturkatastrophen
Besonders der Osten Chinas, aber auch die südlichen Provinzen und der Himalaya sind häufig von Erdbeben betroffen. Durch Bodenerosion entsteht die Gefahr von Erdrutschen. An den Flüssen Jangtse und Huang He kommt es häufig zu Überschwemmungen. Der Bau des Drei-Schluchten-Damms bringt völlig neue Gefahren für die Umwelt mit sich, weitreichende Veränderungen der Landschaft und Vernichtung von natürlichen Lebensräumen durch Überflutung, wird aber auch die Überflutungen flussabwärts stark einschränken können.
Die Küsten im Süden und Osten des Landes sind häufig Taifunen ausgesetzt.
Bevölkerung
China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde und viele seiner Regionen gehören zu den am dichtesten besiedelten der Welt. In der Geschichte des Landes waren Überbevölkerung und die damit verbundenen Probleme bei der Ernährung der Menschen Ursache für tiefe politische und wirtschaftliche Krisen und Hungersnöte. Die Volksrepublik China geht deshalb in der Bevölkerungspolitik Wege, die weltweit einzigartig sind und im Inland wie Ausland Kontroversen auslösen.
Völker
Hauptartikel: Völker Chinas
91,59 Prozent der Bevölkerung Chinas sind Han-Chinesen und obwohl die 55 offiziell anerkannten nationalen Minderheiten gegenüber der Han-Mehrheit einige Vorrechte haben, wird der Regierung der Volksrepublik China vielerseits vorgeworfen, besonders die muslimischen Minderheiten zu unterdrücken. Einer der Brennpunkte ist Xinjiang, welches die Heimat der muslimischen Uiguren ist. Bereits seit der Eroberung durch das kaiserliche China gibt es eine starke chinesische Einwanderung nach Xinjiang, um einerseits die übervölkerten ostchinesischen Gebiete zu entlasten und andererseits die Bodenschätze Xinjiangs zu erschließen. Auch das Atomtestgelände des chinesischen Militärs befindet sich in der dünn besiedelten Region, wodurch es bei der einheimischen Bevölkerung zu Strahlenschäden kam.
Bevölkerungsdichte
Die Volksrepublik China weist eine Bevölkerungsdichte von etwa 136 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Dass diese Zahl nicht sehr groß ist, liegt vor allem daran, dass etwa Westchina eine sehr niedrige Bevölkerungzahl auf großem Territorium aufweist; dieses Territorium kann aber aufgrund des Klimas auch nicht sehr viele Menschen aufnehmen. In Tibet, dem am dünnsten besiedelten Teil des Landes, leben auf einem Quadratkilometer durchschnittlich nur zwei Menschen.
Der bei weitem größte Teil der Bevölkerung lebt in den Küstenregionen.
Etwa 115 Millionen Menschen, also fast 10 % der chinesischen Bevölkerung, konzentrieren sich auf einer Fläche von nur 50.000 km². Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt auf 10 % der Fläche, was einer Bevölkerungsdichte von 740 Personen pro Quadratkilometer entspricht; und 90 % der Bevölkerung leben auf einem Drittel des Staatsterritoriums, was bedeutet, dass 90 % der Bevölkerung in Gebieten leben, die mit durchschnittlich 350 Einw./km² so dicht bevölkert sind wie Europas dichtestbesiedelte Länder.
Urbanisierung
Bei der Gründung der Volksrepublik im Jahre 1949 lebte nur einer von zehn Chinesen in Städten. Bis heute ist der Urbanisierungsgrad mit knapp über 30 % relativ gering. Dies hat seine Ursache vor allem darin, dass der Zuzug in die Städte die meiste Zeit nicht möglich war, und auch heute herrscht kaum Freizügigkeit. Zudem gab es in den 1960er Jahren große Kampagnen, bei denen Menschen von den Städten auf das Land umgesiedelt wurden, teilweise um die überfüllten Städte mit hoher Arbeitslosigkeit zu entlasten, teilweise aus dem ideologischen Anspruch, Klassenunterschiede und damit Unterschiede zwischen Stadt- und Landbewohnern aufzuheben. Der Urbanisierungsgrad blieb deshalb in den 1960er und 1970er Jahren weitgehend gleich, zeitweise sank er sogar. Dies ist ein einzigartiges Vorkommen in der Weltgeschichte.
Migration
Seit 1949 sind immer wieder geplante Umsiedelungen aus dicht besiedelten Gebieten in kaum besiedelte Regionen Nord-, Nordost- und Westchinas durchgeführt worden. Solche Aktionen gab es allerdings schon während der Kaiserzeit. Die Motivationen waren strategischer (Erschließung neuer Gebiete, Sinisierung von Gebieten, die überwiegend von ethnischen Minderheiten bewohnt wurden) oder wirtschaftlicher Natur (Modernisierung der Landwirtschaft und Entwicklung der Wirtschaft in abgelegenen Regionen oder Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in überbevölkerten Regionen), häufig erfolgten die Umsiedelungen auch als Straf- oder Umerziehungsmaßnahme gegen politische Gegner.
Ein konkretes Beispiel für das Vorgehen bei der Erweiterung des Lebensraumes für das chinesische Volk ist Tibet: Am 20. Juni 1996 verurteilten alle Parteien des deutschen Bundestags "die Politik der chinesischen Behörden, die im Ergebnis gerade auch in Bezug auf Tibet zur Zerstörung der Identität führt, insbesondere mittels Ansiedelung und Zuwanderung von Chinesen in großer Zahl, Zwangssterilisierungen von Frauen und Zwangsabtreibungen, politischer, religiöser und kultureller Verfolgung und der Unterstellung des Landes unter eine chinesisch kontrollierte Administration." (Resolution zur Verbesserung der Menschenrechtssituation in Tibet, [http://dip.bundestag.de/btd/13/044/1304445.asc Bundestagsdrucksache 13/4445])
Seit Ende der 1970er Jahre gibt es diese Zwangsumsiedelungen nicht mehr. Trotzdem ist die Möglichkeit, den Wohnsitz und Arbeitsplatz zu wählen, eingeschränkt. Dies liegt am starken Migrationsdruck aus den armen Provinzen West- und Zentralchinas in die Küstengebiete. Zudem würde eine vollständige Liberalisierung eine starke Landflucht bedingen, und es wird befürchtet, dass dies die Städte destabilisieren würde. Bereits jetzt wird geschätzt, dass mehrere Millionen Wanderarbeiter größtenteils illegal und unangemeldet in den chinesischen Städten leben und arbeiten.
Der Wissenschaftsrat der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Zhou Ganzhi, hat im September 2005 auf der Jahresitzung über Planung für chinesische Städte 2005 in der westchinesischen Stadt Xi'an erklärt, dass die Urbanisierungsrate in China im Jahr 2020 zwischen 50 Prozent und 55 Prozent liegen werde.
Mit schnellem Wirtschaftswachstum sei die Urbanisierungsrate in China in den vergangenen 10 Jahren von 20 Prozent auf 40 Prozent gestiegen. Die anhaltende Zunahme der Urbanisierungsrate sei darauf zurückzuführen, dass zahlreiche Bauern in die Städte geströmt seien und große Geldsummen in den Städtebau investiert würden, sagte Zhou.
Bevölkerungsentwicklung
Tibet
Nach der Gründung der Volksrepublik im Jahre 1949 lebten in China etwa 540 Millionen Menschen. In den 1950er Jahren stieg die Bevölkerungszahl trotz niedriger Lebenserwartung stark an. Die politische Führung um Mao Zedong war der Ansicht, dass ein mächtiger Staat eine hohe Bevölkerungszahl benötigt. Erst am Ende des Jahrzehnts begann man zögerlich mit Kampagnen zur Geburtenkontrolle.
Die Gesamtbevölkerung Chinas sank vorübergehend während des Großen Sprungs nach vorn, der eine große Hungerkatastrophe mit auslöste. Da die Überbevölkerung ein zusätzlicher Grund für die Hungersnot war, wurden in den 1960er Jahren zahlreiche Geburtenplanungskampagnen durchgeführt. Abtreibungen waren von da an erlaubt und Verhütungsmittel, wo vorhanden, kostenlos erhältlich. Die Kulturrevolution brachte die Kampagnen wiederum vorübergehend zum Stillstand.
Nach der Kulturrevolution wurden die Aktivitäten erneut verstärkt. Neben Kampagnen wurden das Heiratsalter erhöht und eine Zwei-Kind-Beschränkung eingeführt. Ab dem Ende der 1970er Jahre galten nochmals verschärfte Maßnahmen: In Zeiten der Wirtschaftsliberalisierungen und der Öffnung des Landes gegenüber dem Ausland galt die Überbevölkerung als Haupthindernis für den wirtschaftlichen Fortschritt. Die seit 1979 geltenden Regeln sehen die Ein-Kind-Familie und sofortige Abtreibung bei ungenehmigten Schwangerschaften vor. Die Kontrolle der Geburtenbegrenzung wird jedoch auf einer recht niedrigen administrativen Ebene durchgeführt und von der Zentralregierung nicht kontrolliert, sodass es erhebliche Unterschiede in der Handhabung der Regelungen gibt: In manchen Gebieten drohen bei jedem Verstoß drakonische Strafen, in anderen werden massenweise Ausnahmen gemacht. Vor allem außerhalb der Städte sind Familien mit zwei oder drei Kindern keine Besonderheit. Den nationalen Minderheiten wurden höhere Kinderzahlen zugestanden, ebenso Bauern, deren erstes Kind eine Tochter ist, und Zwillinge wurden als besonderes Glück angesehen, da in diesem Fall auch Han-Chinesen beide Kinder behalten durften und auch beide Kinder die vollen staatlichen Leistungen bekamen. Die Sanktionierung von ungenehmigten Geburten reicht von Entzug von Sozialleistungen über Geldstrafen bis zu Entlassungsdrohungen. Insgesamt dürfte sich die Durchführung der Politik schwierig gestalten, man geht von einer hohen Dunkelziffer an Zweitgeburten aus, was durch Geld- und Personalmangel sowie Korruption ermöglicht wird.
Dennoch wird geschätzt, dass durch die Geburtenkontrolle zwischen 300 und 340 Millionen Geburten verhindert wurden. Trotz dieser Maßnahmen wird die Bevölkerung weiter wachsen, wobei für etwa 2030 mit 1,5 Milliarden Menschen der Gipfel erwartet wird. Danach wird ein Rückgang der Einwohnerzahl bis 2050 auf 1,3 Milliarden prognostiziert. Das aktuelle Bevölkerungswachstum liegt bei etwa 0,6 % pro Jahr.
Die Ein-Kind-Politik ist auch in China selbst nicht unumstritten. Jedoch ist das Problem der Überbevölkerung so gravierend, dass die Regierung an eine Milderung der Maßnahmen vorerst nicht denkt. Als Alternative ist eine steuerliche Benachteiligung von Familien mit mehreren Kindern im Gespräch. Das wäre auch eine Möglichkeit, dem Problem der Überalterung der Gesellschaft, die sich bereits abzeichnet, vorzubeugen. Eine andere Alternative schlug anfang Oktober 2004 der Chef der Bevölkerungskommission Chinas vor: die Geburtenkontrolle solle zugunsten einer Zwei-Kind-Politik aufgelockert werden. Zunächst soll ab 2010 Frauen über 35 Jahren ein zweites Kind erlaubt und nachfolgend jedes Jahr die Altersgrenze um ein Jahr gesenkt werden.
Aufgrund von Abtreibungen weiblicher Föten kommen in China auf 100 Mädchen etwa 120 Jungen. Deshalb wurde das Feststellen des Geschlechtes per Ultraschall in der Volksrepublik unter Strafe gestellt, um wieder ein natürliches Gleichgewicht herzustellen.
Nachfolgend sind die Einwohnerzahlen der Volksrepublik China von 1950 bis 2050 angegeben. Die Zahlen von 2010 bis 2050 sind Prognosen.
Die Angaben basieren auf folgender Quelle: [http://www.library.uu.nl/wesp/populstat/Asia/chinac.htm]
Religion
Hauptartikel: Religion in der Volksrepublik China
Die Volksrepublik ist nach wie vor ein offiziell atheistischer Staat. Nach mehr als einem halben Jahrhundert sozialistischer Herrschaft bekennt sich die überwältigende Mehrheit der Chinesen zu keiner Konfession. Es gibt keine offiziellen Statistiken über Religionszugehörigkeit. In Zahlen gegossene Aussagen über die Verbreitung einzelner Religionen sind allesamt problematisch. Dies liegt unter anderem daran, dass es im asiatischen Kulturkreis normal ist, sich zu mehr als einer Religion zu bekennen.
Traditionelle Religionen sind Buddhismus, Daoismus, Islam, Christentum und Lamaismus (in Tibet und der Inneren Mongolei), daneben ist alter chinesischer Volks- und Aberglauben sehr einflussreich. Der Konfuzianismus, der eigentlich eher eine Sozialethik denn Religion ist, beeinflusst bis heute die moralischen Verhaltensweisen der Chinesen, obwohl er speziell unter Mao Zedong bekämpft wurde.
Laut Umfragen bekennen sich 20% der Bevölkerung zum Konfuzianismus, 20% zum Taoismus, 18% zum Buddhismus, 4% sind Moslems, 2% Christen, 2% Volksglauben und 4% andere Religionen(Hinduismus etw.). 4% geben an aus politischen Gründen ihre Religion zu verleugnen. 26% bekennen sich als Atheist, Agnostiker u.a..
Der Glaubensausübung sind nach wie vor strenge Grenzen gesetzt, auch wenn die einschlägigen Regelungen viel liberaler gehandhabt werden als noch in den frühen 1980er Jahren. Die Toleranz der Behörden ist andererseits auch stark abhängig von der generellen politischen Lage. So erfahren Tempel und Klöster seit einiger Zeit wieder starken Zulauf, was vor allem mit der größer gewordenen sozialen Unsicherheit seit den Reformen in Zusammenhang steht. Im gleichen Kontext sind zahlreiche neue religiöse Bewegungen zu sehen, die seit den späten 1980er Jahren entstanden sind und die von den Behörden zunächst ignoriert wurden. Die bekannteste dieser Bewegungen ist Falun Gong.
Speziell dem Christentum steht die chinesische Regierung skeptisch gegenüber, was nicht zuletzt historische Ursachen hat. Nur die sich dem Staat unterordnenden "patriotischen" Kirchen, etwa die Chinesische Katholisch Patriotische Vereinigung, sind erlaubt. Diese erkennen als oberste Instanz nicht den Papst, sondern die Kommunistische Partei an. Für Aufsehen erregte die Verhaftung von Cai Zhuohua. Weitere Spannungsfelder ergeben sich mit der muslimischen Minderheit, die vor allem in Nordwestchina lebt, sowie mit der lamaistischen Strömung des Buddhismus, vor allem in Tibet.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Chinas
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs endete der chinesische Bürgerkrieg zwischen der kommunistischen Partei Chinas und der Kuomintang damit, dass die Kommunisten die Kontrolle über das Festland hatten, wohingegen die Kuomintang die Insel Taiwan innehatten, auf die sie kurz zuvor geflohen waren. Am 1. Oktober 1949 proklamierte Mao Zedong die Volksrepublik China und errichtete einen kommunistischen Staat. Damit wurde zwar Chinas Unabhängigkeit wieder hergestellt, jedoch kostete die teils desaströse Politik Maos Dutzende Millionen von Menschen das Leben, wie zum Beispiel im großen Sprung nach vorn oder der Kulturrevolution.
Nach Maos Tod übernahm der pragmatischere Deng Xiaoping die Führung. Die KPCh blieb an der Macht, die Kontrolle über das persönliche Leben der Menschen wurde aber schrittweise gelockert. Im politischen Leben sind die Lockerungen weniger stark ausgeprägt. Die Zentralverwaltungswirtschaft wird schrittweise reformiert, mit dem Ziel, eine sozialistische Marktwirtschaft zu schaffen.
Jedoch wird China von vielen westlichen Beobachtern wie auch von seinem Nachbarn in Indien, den Menschen in Taiwan und von Oppositionellen im eigenen Land weiterhin als autoritäre Diktatur bewertet. Auch wurde im Jahr 1999 ein Zeichen gesetzt: In jenem Jahr erschien in der Volksrepublik eine neue Serie von Banknoten. Wo zuvor nur der 100-Yuan-Schein das Konterfei Maos zeigte, findet sich sein Gesicht nun auf allen neuen Geldscheinen.
Siehe auch: Liste der Staatsoberhäupter der Volksrepublik China, Liste der Ministerpräsidenten der Volksrepublik China
Politik
System
China ist ein autoritärer Staat unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh). Es gibt ein Einparteiensystem und das sozialistische Wirtschafts- und Staatssystem ist in der Verfassung verankert.
Nominell das höchste Staatsorgan ist der Nationale Volkskongress (NVK), das Parlament der Volksrepublik China. Er wählt den Staatspräsidenten, den Staatsrat (die Regierung der VR China), den Obersten Volksgerichtshof, die Zentrale Militärkommission und die Oberste Staatsanwaltschaft. Doch alles dies nur auf Vorschlag der Kommunistischen Partei, deren Organisation den Staatsapparat auf allen Stufen durchdringt und oft kaum von ihm zu trennen ist.
Die eigentliche politische Führung der Volksrepublik China liegt bei einem engen Kreis von Politbüro- und Militärführern, die sich jeweils um den Vorsitzenden scharen, welcher die höchsten Ämter in Staat, Partei und Armee auf sich vereinigt. Dies sind das Amt des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Chinas, Staatspräsidenten der Volksrepublik China sowie der Vorsitzende der Zentralen Militärkommission. Derzeit hat Hu Jintao diese Positionen inne, der die Nachfolge von Jiang Zemin antrat. Die Übergabe der Ämter erfolgt jedoch im Allgemeinen innerhalb eines längeren Zeitraums. So wurde Hu bereits 2002 Generalsekretär, aber erst 2004 Vorsitzender der Zentralen Militärkommission. Im Unterschied zu westlichen Demokratien sind im Einparteienstaat China generell die Parteiämter (z.B. das des KP-Generalsekretärs) wichtiger und als mächtiger anzusehen als die Staatsämter (z.B. das des Präsidenten).
Die Volksrepublik ist zwar offiziell ein zentralistischer Einheitsstaat, dessen Zentralregierung die absolute Verfügungsgewalt über die ihr untergeordneten Provinzen hat. In der Realität ist die Beziehung zwischen Zentrale und Region aber weniger eindeutig: Besonders die wirtschaftlich prosperierenden Küstenprovinzen haben zum Teil eine beträchtliche politische Verhandlungsmacht. So gibt es beispielsweise bis heute kein einheitliches System zur Verteilung der Steuereinnahmen zwischen Provinzen und Zentralregierung, ebenso wenig wie ein Ausgleichsprogramm zur Unterstützung ärmerer Provinzen. In Krisensituationen verfügt die Regierung allerdings trotzdem über die nötige Macht ihren Willen durchzusetzen; so kann sie beispielsweise Mitglieder der Provinzregierungen zumindest theoretisch nach Belieben versetzen.
Obwohl die Volksrepublik China während ihres gesamten Bestehens immer nur von einer einzigen Partei regiert wurde, erlebten die Menschen mehrere tief greifende politische Umwälzungen, die durch die verschiedenen Strömungen innerhalb der KPCh und ihrer Machtkämpfe verursacht wurden. Einerseits versuchte die maoistische Strömung, China zu einem mächtigen und wohlhabenden Staat aufzubauen, der von Staatseigentum an Produktionsmitteln, geplanter Wohlstands- und Ressourcenverteilung, der Abschaffung von sozialen Unterschieden und der absoluten Kontrolle der arbeitenden Bevölkerung gekennzeichnet sein sollte. Dem gegenüber standen die Pragmatiker Liu Shaoqi und Deng Xiaoping, die zur Erreichung des gleichen Zieles marktwirtschaftliche Mechanismen, Privateigentum und die Förderung von Unternehmertum einsetzen wollten. Zu Beginn der fünfziger Jahre bis zum Ende der siebziger Jahre hatten die Maoisten meist die Überhand. Sie lösten Revolutionen wie den Großen Sprung nach vorn oder die Kulturrevolution aus. Seit der Regierungszeit von Deng Xiaoping befindet sich China auf einem Kurs in Richtung sozialistische Marktwirtschaft, obwohl es in vielen Bereichen schon lange nicht mehr als sozialistischer Staat betrachtet werden kann. Dies ist ein neuer bedeutender Einschnitt in die Gesellschaftsordnung – weg vom Kollektivismus hin zur Marktwirtschaft, die die wieder entstandenen Klassendifferenzen verschärft.
Vorläufiger Höhepunkt des marktwirtschaftlichen Kurses war der Beschluss des Volkskongresses am 14. März 2004, die Abschaffung des Privateigentums rückgängig zu machen und den Schutz des Privateigentums in der Verfassung zu verankern. Dagegen bleibt die Verfügung über Grund und Boden von einer privatbesitzrechtlichen Regelung weiterhin ausgeschlossen.
Siehe auch: Völker Chinas, | | |